
Heute wurde in den bundesweiten Medien ein Appell der Widerstandsnachfahren gegen die aktuelle politische und gesellschaftliche Rechtsentwicklung bekannt gemacht. Der Stiftungsrat der Wilhelm-Leuschner-Stiftung begrüßt diese Initiative von Nachfahren des deutschen Widerstands ausdrücklich und unterstützt den Aufruf vollständig. Durch unsere Arbeit in der Bayreuther Gedenkstätte für die Erinnerung an den Widerstand Wilhelm Leuschners treten wir seit mehr als zwei Jahrzehnten für die Erziehung zur Demokratie, insbesondere in unserer Jugendarbeit ein.
Die Erziehung zu Frieden, Freiheit und Demokratie ist die Kernaufgabe unserer Stiftungsarbeit.
Der Schwur der Häftlinge von Buchenwald im Mai 1945
'Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!'
ist die Leitschnur unserer Arbeit für das Vermächtnis Wilhelm Leuschners.
Weiterlesen: Wilhelm-Leuschner-Stiftung schließt sich dem Appell der Widerstandsnachfahren an
A. Durchführung des Projekts
Die Planung des Projekts begann im März 2022 mit der Anfrage der Theatergruppe in Bayreuth vor Schulgruppen spielen zu können und zeitgleich der Anfrage des GCE Bayreuths das Leuschner-Stück ‚Vermessung der Demokratie‘ im Zusammenhang mit dem Besuch der Leuschner-Gedenkstätte sehen zu können. Daraus entwickelte sich die Idee eines neuen pädagogischen Zugriffs zur Erinnerungskultur des deutschen Widerstands. Daraus entwickelten wir in der Leuschner-Stiftung eine Werbekampagne an den Schulen in der Region Bayreuth (Stadt und Landkreis) für den Besuch
Mit dem Projekt 'Erinnerungskultur' sollte die Gedenkstättenarbeit der Leuschner-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Bayreuth eine neue Form der Gedenkstättenpädagogik erproben. Das Bühnenstück 'Vermessung der Demokratie - Ein Leuschner-Portrait' wurde an 2 Tagen (4.-5.7.2022) in zwei Vorstellungen für Schulen in der Studiobühne Bayreuth mit Diskussion angeboten. In Verbindung damit stand am 3. Mai 2023 ein Gedenkstättenbesuch. Der ursprünglich geplante dritte Aufführungstag musste wegen der akuten Coronaerkrankung einer Mitwirkenden abgesagt werden. Am 29.9.22 sollte im Rahmen der 17. Bayreuther Gespräche ein Symposion mit überregionalen Trägern der EK stattfinden. Dies musste ebenfalls coronabedingt abgesagt werden. Die geplante Aufführung des Theaterstücks in der Studiobühne Bayreuth am 30.9.2022 konnte stattfinden. Im Anschluss an die Aufführung wurde mit einigen Kooperationspartnern (Hist. Museum Bayreuth, Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg und MWG und BOS Bayreuth) eine Diskussionsveranstaltung zum Stellenwert von Theaterpädagogischer Arbeit in der Erinnerungskultur durchgeführt. Den Abschluss des Projekts bildete ein Fortbildungstag am 5.10.2022 mit dem GCE Bayreuth für die Fachschaft Geschichte zum Thema Erinnerungskultur und didaktische Modelle der Vermittlung im Geschichtsunterricht. Eine Evaluationsphase bis Ende 2022 schloss die Projektdurchführung im Jahr 2022 ab.
B. Schwierigkeiten im Projektverlauf
Die Problematik der Corona-Epidemie seit März 2020 brachte die pädagogische Arbeit der Stiftung völlig zum Erliegen und war auch leider im Frühjahr 2022 virulent. Sämtliche Veranstaltungen standen unter dem Covid 19-Vorbehalt und dies führte auch zum Ausfall eines Aufführungstages am 6. Juli 2022 und des geplanten Symposions am 29. September 2022. Bei den angeschriebenen Schulen in der Region Bayreuth gab es aufgrund der anhaltenden Pandemieproblemen ziemliche Probleme außerhalb der Schule Besuche von Theateraufführungen und Gedenkstätten zu genehmigen. Deshalb blieb die Resonanz im Hinblick auf die Teilnehmenden unter unseren Erwartungen. Der Rücklauf bei den Schulen, die die Aufführungen besuchten und an der Evaluation teilnahmen hätte ebenfalls besser sein können.
C. Zusammenarbeit in der Kooperationen mit anderen Trägern
Die Kooperation mit Kulturreferat, Demokratie leben, Oberfrankenstiftung, Historisches Museum Bayreuth und der Kooperationspartnern der letzten beiden Jahrzehnte (Gedenkstätte KZ Lichtenburg/Prettin, Goerdeler-Stiftung, Trott-Stiftung, Julius Leber Bildungshaus, Heuss-Stiftung und Friedrich-Ebert-Stiftung) hat in der Planungsphase hervorragend funktioniert, in der Durchführungsphase konnten wir leider nicht alle Absichten wegen der Pandemie realisieren, jedoch wird es in 2023 einen erneuten Versuch bei den 18. Bayreuther Gesprächen geben. Die finanzielle Unterstützung erbrachte leider ein Defizit und muss 2023 durch Spenden ausgeglichen werden. Insgesamt ist die finanzielle Durchführung von Demokratie-Projekten immer ein hohes Risiko und mit erheblicher Bürokratie verbunden.
D. Erreichung der Zielgruppen und Schulgruppen
Die geplante Erreichung der Schulen wurde aufwendig organisiert, das Echo blieb, wie oben bereits geschildert, überschaubar. Bei den Multiplikatorengruppen wurde die geplante Zahl erreicht. Ebenso wurde von den Kooperationen unsere Zielsetzung erfüllt. Durch den Ausfall von zwei Veranstaltungen (6.7.22 Theateraufführung und 29.9.22 Symposion) blieb die Gesamtzahl der erreichbaren Zielgruppen hinter unserer Planung zurück.
Rund zweihundert Schülerinnen und Schüler und hundert Multiplikatoren haben wir in den 5 Veranstaltungen des Projekts erreicht.
E. Evaluation
Evaluation des Projekts am Jahresende 2022 in Form von Abfragen in den Klassen durch die Lehrkräfte zeigte, so wie schon die Resonanz bei den Veranstaltungen, eine durchgehend positive Bewertung der Veranstaltungsform ‚Theateraufführung‘. Viele Schulgruppen bewerteten die Koppelung von Gedenkstättenbesuch und Theaterstück als Ansporn sich mehr mit der Erinnerungskultur des Deutschen Widerstands gegen den NS-Staat auseinanderzusetzen. Die Form des Theaterstücks sich der Person im Widerstand anzunähern spricht besonders die emotionale Identifikation der Zuschauerinnen und Zuschauer an.
Durch Videoaufzeichnung des Theaterstücks hatten wir die Gelegenheit dies auch in einigen Unterrichtseinheiten einzusetzen. Das Video wird auf Anfrage auch in Zukunft an Schulen weitergegeben.
Durch die gute Resonanz wird es auch im Jahr 2023 in der Gedenkstättenarbeit wieder Theateraufführungen geben, ebenso wie den Versuch das Symposion zur Erinnerungskultur bei den 18. Bayreuther Gesprächen 2023 zu Stande zu bringen. Die entsprechenden Voranfragen sind heuer schon erfolgt. In Kooperation mit dem historischen Museum Bayreuth werden bis zum Sommer 2023 Schulen in der Gedenkstätte auch mit dem Theaterstück vertraut gemacht.
Damit hat das Projekt 2022 auch die geplante Nachhaltigkeit erreicht und der didaktische Einsatz des Leuschner-Stücks in der schulischen Demokratieerziehung ist gewährleistet.
F. Medienecho
Das Medienecho in der Region ist aufgrund der Monopolstellung der örtlichen Zeitung kaum beeinflussbar. Es gingen ständig Pressemeldungen zu den verschiedenen Terminen des Projekts an die örtliche Presse. Es blieb aber lediglich bei den Ankündigungen, bei den Veranstaltungen selbst war die eingeladene Presse nicht anwesend und auch von uns verfasste Veranstaltungsberichte wurden nicht veröffentlicht.
Generell bleibt festzuhalten, dass über Aktivitäten von ‚Demokratie leben‘ regional fast auf kein Presseecho stoßen, sodass unsere Veranstaltungen keine Ausnahme bildeten. Der einzige mediale Zugang zur Öffentlichkeit ist unsere Homepage, die gute Besucherzahlen aufweist.
Schulprojekttage am 4. 5. und 6. Juli 2022 (Vorstellungen jeweils 12:30 Uhr und 16:00 Uhr, in der Studiobühne Bayreuth, Röntgenstraße 2
Die Wilhelm-Leuschner-Stiftung veranstaltet im Rahmen ihrer Gedenkstättenarbeit im Juli 2022 für Schulen aus der Region Bayreuth Theateraufführungen des Leuschner-Portraits ‚Vermessung der Demokratie‘ von Jan Uplegger, das im September 2021 im Rahmen der 16. Bayreuther Gespräche uraufgeführt wurde. Seitdem wird das Stück in verschiedenen deutschen Städten (Darmstadt, Stuttgart, Leipzig (Flyer als Download HIER) und Berlin) auch für Schulen aufgeführt. Mit diesem besonderen theatralischen Zugang zum Leben und Wirken Leuschners wollen wir eine neue Qualität der Erinnerungskultur in die pädagogische Arbeit einbringen. Das Stück ist mit Unterstützung unseres Leuschner-Archivs entstanden und dauert ca. 1 1/4 Stunden mit anschließender Diskussionsmöglichkeit für die Schulklassen.
Anmeldung per Email:
HIER können Sich den aktuellen Flyer herunterladen!
Unterstützt von:
‘Köpfe der Demokratie’ (Theodor-Heuss-Stiftung Stuttgart), Kulturreferat Stadt Bayreuth, DGB-Jugend Oberfranken, Oberfranken-Stiftung, Sparkasse Bayreuth

Wilhelm-Leuschner-Stiftung und VVN Bayreuth gedenken der Holocaustopfer am Gedenkstein der KZ-Außenstelle Bayreuth
Am Holocaust-Gedenkstein im ehemaligen Werksgelände der Neuen Spinnerei in Bayreuth haben sich am Holocaust-Gedenktage einige Mitglieder der Wilhelm-Leuschner-Stiftung und der VVN Bayreuth zum stillen Gedenken an die Opfer der Nationalsozialismus - unter Einhaltung der Hygieneregeln - getroffen und eine Mahntafel und einen Kranz niedergelegt. Stadtrat a.D. Dr. Norbert Aas erinnerte in einer kurzen Ansprache an die Verpflichtung gerade in der Stadt Bayreuth nicht nachzulassen an die Gräuel des Naziterrors zu erinnern. Der vom Kulturausschuss des Bayreuther Stadtrats im Mai 2020 beschlossene Aufbau eines NS-Dokumentationszentrums dürfe nicht von den finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie verhindert werden.
Stiftungsratsvorsitzender Wolfgang Hasibether erinnerte daran, dass trotz völligem Lahmlegen der Bildungsarbeit in der Leuschner-Gedenkstätte seit 12 Monaten die Notwendigkeit einer ständigen Erinnerung an die Verteidigung der Demokratie durch den Widerstand gegen den NS-Staat weiter vordringlich bleibe. Er forderte ebenso eine rasche Verwirklichung des NS-Dokumentationszentrums in Bayreuth.
Im Zusammenhang des Gedenktreffens wurde auch an den am 11. Januar 2021 verstorbenen VVN-Vorsitzenden Leo Rauh und seine Verdienste um die Erinnerungskultur in Bayreuth erinnert. Er war auch der Initiator der Gedenkveranstaltung zum 27.1.2017 mit Dr. Ulrich Schneider im Leuschner-Zentrum in Kooperation mit unserem Förderverein Leuschner-Zentrum e.V. Eine Gedenkfeier wird sobald wie möglich im Leuschner-Zentrum nachgeholt.